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Kastenrinnensysteme
Kastenrinnen aus Edelstahl für die Lebensmittelproduktion
Eine Kastenrinne ist eine Ablaufrinne aus Edelstahl mit abnehmbarer Abdeckung, die das Wasser eines Raums auf einer Linie sammelt und zum Ablauf führt. In Räumen mit Kesseln, Kuttern oder täglicher Nassreinigung trägt sie die meiste Arbeit im Boden.
Krumme Roste und Schmutz in den Ecken sind die häufigsten Gründe, warum eine Kastenrinne vorzeitig ersetzt wird. Beides lässt sich schon bei der Bestellung vermeiden. Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 verlangt, dass Abwasserableitungssysteme so gebaut sind, dass kein Kontaminationsrisiko entsteht. Werkstoff und Gefälle schreibt sie nicht vor. Eine Kastenrinne aus Edelstahl ist der übliche Weg dorthin.
Jede Kastenrinne fertigen wir auf Ihre Länge, in V2A oder V4A. Ob Standard oder Sonderbau, klären wir am Telefon: 02973 5968680.
Hygiene-Kastenrinne oder Rinne mit Rost: unsere Empfehlung
Wir empfehlen grundsätzlich die Hygiene-Kastenrinne, denn sie kostet nicht mehr als eine Ausführung mit Gitterrost, Stabrost oder anderer Abdeckung. Der Unterschied liegt in den Ecken: Wo Rost und Rinne aufeinandertreffen, entstehen Winkel, in denen sich Schmutz festhält. Die Hygieneabdeckung hat diese Winkel nicht und lässt sich von Hand herausnehmen, danach liegt die Rinne komplett frei.
Scharfe Innenkanten gibt es dabei nicht: Wir biegen die Bleche auf der Kantbank, deshalb sind die Kanten immer leicht gerundet. Eine scharfe Kante entstünde nur, wenn man zwei Bleche im rechten Winkel verschweißt und schleift. Den Rinnenboden fertigen wir in der Regel gerade, auf Wunsch gegen Aufpreis auch gerundet.
Die Abdeckungen werden in 50 cm Länge gefertigt. So passen sie in die meisten Industriespülmaschinen und laufen bei der Reinigung einfach mit. Alle Hygiene-Kastenrinnen sind für Belastungsklasse R 50 ausgelegt, also für Produktionsräume mit Fahrzeugverkehr. Die Breite ist auf 145 oder 290 mm festgelegt, weil die Abdeckungen nur in diesen beiden Maßen gefertigt werden.
Brauchen Sie ein anderes Maß, gibt es die Kastenrinne mit Rost: 2 mm Edelstahlblech, 150 bis 400 mm Außenbreite in 50er-Schritten, mit Schlitzrost, Maschenrost oder Plattenrost.
Welche Kastenrinne trägt Hubwagen und Stapler?
Das entscheidet die Belastungsklasse der Abdeckung nach DIN EN 1253, nicht die Rinne selbst. Für Produktionsräume mit Fahrzeugverkehr gilt R 50, für Staplerverkehr M 125. Die Maschenweite des Rosts richtet sich nach dieser Klasse. Die Hygieneabdeckung ist für R 50 ausgelegt. Fahren bei Ihnen regelmäßig Stapler, legen wir die Ausführung mit Ihnen fest, bei Rostrinnen ohnehin.
Der häufigste Fehler ist ein unterschätztes Gewicht. Fährt ein Wagen über den Rost, drückt sein ganzes Gewicht auf einen Punkt: die Auflagefläche des Rads. Ein Kunde hat bei uns neue Roste bestellt und dafür eine zu niedrige Last genannt. Nach kurzer Zeit waren sie krumm. Bei der Neubestellung haben wir mit dem doppelten Gewicht gerechnet, seitdem ist alles in Ordnung.
Die Klassen für Innenräume, die Zahl nennt die Prüflast in Kilonewton:
- K 3: nur Fußgänger, etwa in Toiletten
- L 15: gewerbliche Räume mit geringer Verkehrsdichte
- R 50: Produktionsstätten mit Fahrzeugverkehr
- M 125: Werkstätten und Industriehallen mit Staplern
Defekte Abdeckungen bemängelt auch die Berufsgenossenschaft bei der Begehung.
Wie breit muss die Kastenrinne sein?
Das hängt davon ab, wie das Wasser auf den Boden kommt. Unter einem Kessel, wo es spritzt und schwallartig anfällt, nehmen Sie eine breite Rinne. Wo das Wasser nur über den Boden fließt, reicht eine schmale Rinne immer aus. Wie viel Wasser tatsächlich abfließt, bestimmt dagegen der Ablauf.
Je größer Abgang und Abwasserrohr, desto mehr Wasser kommt weg: Ein Ablauf mit DN 50 bis DN 110 schafft je nach Bauform 0,9 bis 5,7 Liter pro Sekunde, mit größeren Abgängen bis DN 200 sind es bis zu 13,9 Liter pro Sekunde. Die Erweiterung am Ablauf ist asymmetrisch gebaut, weil der Rost nur in eine Richtung trägt. Ein falsch eingelegter Rost ist damit ausgeschlossen. Welcher Ablauf zu Ihrer Wassermenge passt, lesen Sie unter Bodenabläufe.
Die Kastenrinne hat ein eingebautes Gefälle von 1 Prozent, projektbezogen auch ein anderes. Bei sehr langen Rinnen ist das Spiel mit dem Gefälle irgendwann zu Ende, dann setzen wir mehrere Abläufe. Abschnitte über 4 m verbinden wir mit gedichteten Flanschen. Abgänge gibt es horizontal oder vertikal in DN 50, DN 75 und DN 110, größere Abgänge bis DN 200 auf Anfrage, sofern die Bauart es zulässt.
Kastenrinne oder Schlitzrinne?
In der Produktion fast immer die Kastenrinne. Eine Schlitzrinne nimmt das Wasser durch einen 20 mm breiten Schlitz auf, kommt ohne Abdeckung aus und ist günstiger. Sie eignet sich aber nur für wenig Wasser, etwa Kondensat, und lässt sich mechanisch kaum reinigen. Unter einem Kessel gehört immer eine breite Kastenrinne.
Beide in einem Raum zu kombinieren ergibt nur in Sonderfällen Sinn. Wann die Schlitzrinne trotzdem passt, erklären wir auf ihrer eigenen Seite.
Kastenrinne aus V2A oder V4A?
V2A reicht für die meisten Betriebe. In Molkereien und Pökeleien nehmen Sie immer V4A, denn Milchsäure und Salz greifen Edelstahl an. V2A ist bei uns der Werkstoff 1.4301 (AISI 304), V4A der Werkstoff 1.4404 (AISI 316L). Beide werden unter Argon-Schutzgas geschweißt und anschließend gebeizt.
V4A enthält zusätzlich Molybdän, das laut Merkblatt 824 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei die Korrosionsbeständigkeit erhöht. Chlor steckt in vielen Reinigern für Lebensmittelbetriebe, die Konzentration ist aber meist zu niedrig, um eine Rinne zu zerstören.
Auch Edelstahl rostet, wenn er mit Schwarzstahl in Kontakt kommt, V2A eher als V4A. Solcher Fremdrost lässt sich durch Reinigen und Passivieren wieder beheben.
Von der Skizze zur Kastenrinne in drei bis vier Wochen
Ab Freigabe Ihrer Zeichnung dauert es etwa 3 bis 4 Wochen, bis Ihre Kastenrinne geliefert wird, auch bei Sonderbau. Ab Lager führen wir keine Rinnen, dafür gibt es zu viele Varianten. Entweder haben Sie schon eine konkrete Vorstellung, oder wir helfen Ihnen bei der Planung. Den Einbau übernimmt Ihr Bodenleger oder Ihre Baufirma.
Was wir für Ihr Angebot brauchen
- Grundriss oder Skizze mit dem Rinnenverlauf
- Länge und gewünschte Breite
- Lage und Richtung des Abgangs
- Bodenaufbau und Belag: Fliese, Beschichtung oder Beton
- Fahrverkehr: Fußgänger, Hubwagen oder Stapler
- Werkstoff: V2A oder V4A
Welcher Rand zu welchem Boden passt
Standard ist der nach unten gekantete Rand, der sich im Beton verankert. Bei Fliesenböden nehmen Sie den Fliesenanschlusswinkel, die Fliese stößt dann sauber an die Rinne. Den Wandanschluss braucht es nur in den seltenen Fällen, in denen die Rinne direkt an der Wand liegt. Bei Kunstharzbeschichtungen versehen wir die Rinnenköpfe mit einer Rundung, damit an den Ecken keine Spannungsrisse entstehen.
In Obergeschossen und unterkellerten Räumen bleibt die Rinne gleich, nur der Ablauf wird zweiteilig. Die Wassersperre im Boden wird im Unterteil eingeklemmt, Oberteil und Rinne stecken Sie anschließend darauf.